Filou on Tour: Zu Besuch bei der Wilden Engel-Herde

Hallo, liebe Leserin und Leser!

Ausnahmsweise sitzt mal nicht Mama an den Tasten, sondern Euer einzig wahrer Filou – das Terrorschaf, wie Mama gern sagt (auch wenn ich nicht weiß, warum).

Also, was ich Dir erzählen wollte, ist was ganz doll tolles! Ich war nämlich gestern Vormittag auf Besuch, und zwar bei ganz doll lieben Schafen. Fünf Schafe. Die sind echt total lieb, auch wenn der Leithammel Herbert gerne mal ausbüchst und die Nachbarn besucht. Aber das gehört zu guter Nachbarschaft ja dazu, nä? Dass man sich keine Sorgen machen muss, wenn das Hausschaf mal spazierengeht, gell? Und bei denen ist das halt so.

Du weißt grade nicht, von wem ich reden tu, oder? Also, ich hol dann mal aus:

Erstmal zu mir: Mama hat mich vor bummeligen 9 Jahren oder so auf einem Flohmarkt gefunden. Eigentlich wollte sie ein Buch kaufen, sowas wie „Stricken für Anfänger“ oder so in der Art, doch dann sah sie mich und meinte: „Zu dem Buch gehört das Schaf dazu – so als Fachmann.“ Und so kam ich in diese Familie. Fachmann bin ich immer noch – oder wohl eher „Fachschaf“. Mama und ich hatten auch so manche heiße Diskussion, weil sie meiner fachschafischen Meinung keinen Glauben schenken wollte (musste mir im Nachhinein aber doch öfters recht geben). Außerdem belebe ich diesen Blog ein wenig, indem ich mithelfe, dass die Fotos was hübscher werden tun.

Doch nun zu gestern: Gestern bin ich gaaanz doll früh aufgewacht, also schon so gegen 8 Uhr. Mein kleiner großer Bruder war da noch hier (er muss dienstags erst zur zweiten Stunde zur Schule), und mein großer großer Bruder war ganz zu Hause (Mama sagt, weil er war krank, ist aber schon wieder gesund). Für mich war das echt ungewohnt, weil normalerweise wache ich erst auf, wenn die beiden wech sind, aber gestern war halt ein besonderer Tag: Mama hat nämlich letzte Woche mit den Damen von Wilde Engel Stricken vereinbart, dass ich deren Herde mal besuchen kommen darf. Und das war gestern! Ich war ja sowas von aufgeregt! Du kannst es Dir nicht vorstellen. Mein großer großer Bruder war schon leicht genervt davon und ich wäre hier am liebsten die ganze Zeit hin und her und hin und her und hin und her und …. Du weißt schon … gerannt, aber das ging auch nicht, weil dann wäre Mama stinkig gewerdet.

Halb 10 war es dann soweit: Mama und ich fuhren los! Jippieh! Endlich neue Schafe kennenlernen! Und Wolle gucken! Hach …

Mama war so lieb, mich auf den Beifahrersitz zu setzen. Und so fuhren wir:

Das war richtig schön knutschelig, so in der Sonne. Die Wärme und der Schlafmangel waren Schuld daran, dass ich grade eingeschlafen war, als Mama auch schon sagte: „Filou, wir sind da. Aussteigen!“ Hmpf … wo ich soooo schön geträumt habe … Aber egal, ich hüpfte auf Mamas Schulter, und dann ging es auch schon los mit dem Besuchen. Also, die Leute, die uns auf der Straße gesehen haben, guckten schon etwas eigenartig. Versteh ich gar nicht …

Kurz nach 10 machte die Ober-Engelin Uta uns die Tür auf und wir durften reinkommen. Kinners, was war das für ein Hallo! Ich ging natürlich erstmal zu jedem einzelnen Schaf und begrüßte sie alle mit einem höflichen Klauenschütteln, aber da war das Eis auch schon gebrochen und wir verstanden uns quasi auf Anhieb super! Doch nun möchte ich Dir die Herde mal eben vorstellen:

Zu allererst begrüßte ich natürlich die Dame des Hauses: Tina, die Elegante.

Tina ist eine echt elegante Schafdame und sehr stolz auf ihr schmuckes grünes Tuch. Sie ist immer freundlich und lächelt jeden an. Trotzdem ist sie auch sehr pflichtbewußt und paßt immer sehr gut auf „ihren“ Laden auf, dass da ja keiner reingeht, der da nix zu suchen hat.

 

 

Danach begrüßte ich den Leithammel der Herde: Herbert, der Abenteurer.

Er ist mehr der Schalträger. Zusammen mit Tina steht er (normalerweise) vor dem Laden und paßt auf. Auch er lächelt jeden an und ist immer freundlich – solange man ihm nicht dumm kommt. Dann kann er nämlich echt ungemütlich werden. Aber zum Glück kommt das nur sehr selten vor. Was er aber sehr gern macht, ist, die umliegenden Läden zu besuchen. So war er schon bei einem Fahrradhändler, hat das benachbarte Modegeschäft inspiziert und in der Fahrschule erste Fahrstunden genommen. Für letzteres verdient er meinen größten Respekt! Ich täte mich das nicht trauen.

Nachdem ich die Tina und Herbert kennengelernt hatte, trauten sich auch die beiden kleinen Schafe näher:

Der kleine Blaue hat noch keinen Namen. Er ist erst vor gut zweieinhalb Wochen zur Herde dazugestoßen und die Wilden Engel suchen noch einen Namen. Das weiße Schaf rechts von mir ist Wolltraut, und die schreibt auch öfters bei den Wilden Engeln aufm Blog. Fachwissen weitergeben ist genau ihr Ding. Genauso wie meins 😉

Und jetzt, wo ich alle kennengelernt hatte, wurde es richtig lustig: Während Uta den Laden weiter aufbaute, also Schubkarre und Kartenständer vor die Tür rollte und auch drinnen noch ein wenig aufklarte, haben wir Schafe Spaß gehabt. Doch sieh selbst:

Ich fand es ja voll nett von Herbert, dass ich kurz auf ihm reiten durfte. Und die ganze Herde war beeindruckt, dass ich ein Wollknäul  auf der Nase balancieren kann. Dabei finde ich das gar nicht soooo schwer … Naja, jedenfalls mussten Tina und Herbert nach den Gruppenfotos wieder ihre Stellung vor der Ladentür beziehen und auch die beiden kleineren Schafe nahmen wieder ihre Plätze im Schaufenster ein. Mama und ich stromerten noch ein wenig durch den Laden, bewunderten Wolle … und Mama seufzte hin und wieder. Ich glaube, sie fand noch viel mehr Garn wunderschick, wollte aber nix kaufen tun, weil sie ja noch soviel hat.

Diese Schneiderpuppe steht an dem Aufgang zur Galerie. Und ich hatte mir gesagt, von da aus habe ich bestimmt einen tollen Blick über den Laden. Tja … der Knubbel, den die oben hat, da wo der Kopf fehlt, der drückt ganz schön im Bauch … aber mit mich da oben drauf sieht es doch gleich viel besser aus, oder?

Und dann erzählte Mama so ganz nebenbei, dass es oben noch eine Galerie gibt, wo auch Wolle ist. Und das sagte sie erst jetzt? Echt jetzt? Egal, wir gingen rauf und guckten und … naja, Mama inspizierte die Regale mit den Wollknäulen, während ich das Sofa auf Schaftauglichkeit prüfte:

Echt gemütlich! Und von der Brüstung aus hatte ich den absoluten Überblick über den ganzen Laden! Den Tipp muss ich Tina und Herbert mal geben. Übrigens: Siehst Du Tina auf dem letzten Foto unten vor der Tür stehen?

Mama ist natürlich nicht ohne neues Garn nach Hause gefahren. Dunkelblaues Baumwollgarn war es, drei Knäule. Sie hat meinen Brüdern nämlich versprochen, ihnen einen Ohnezahn zu häkeln. Manchmal glaube ich ja, Mama ist nicht ganz dicht, aber wenn sie meint …

Also, wenn ich zusammenfassen sollte, was mir gestern am besten gefallen hat: Ich kann es nicht. Der Laden ist toll! Die haben da sooo tolle Wolle! Und die Schafherde ist super und die Uta auch und und und … Es hat alles Spaß gemacht und ich habe bestimmt noch nicht alles gesehen oder beguckt. Umso mehr freut es mich, dass Uta zum Abschied gesagt hat, dass ich mal wiederkommen darf! Das mache ich bestimmt und dann prüfe ich das Sortiment etwas genauer als ich es gestern konnte 🙂

Also, bis zum nächsten Mal,

Dein Filou