Günta

(02. Juli 2019) Inzwischen ist Günta bei u.g. EKo-Club-Kind, um mit ihm in Urlaub zu fahren. Soll er. Ich gönne es ihm. Aber wehe, er kommt nicht mit schönen Fotos und einem Reisebericht wieder! Darauf bestehen auch die anderen EKo-Club-Kinder 😀

Als ich letztens auf meinem Smartphone etwas völlig anderes gesucht habe, fand ich, an einer mir bislang völlig unbekannten Stelle, die Fotos von vor Ostern wieder, die ich von Günta gemacht hatte. Und da ich die nach wie vor toll finde, möchte ich sie Dir nicht vorenthalten. Also, hier kommt Günta im Garten Gethsemane:

Das war’s jetzt aber echt von Günta an dieser Stelle.

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(15. Jun. 2019) Manchmal steckt der Teufel doch im Detail. Oder wo auch immer. Zumindest war ich längere Zeit echt gefrustet, weil ich vom fertigen Günta im Teppichraum unseres Gemeindehauses echt schöne Fotos gemacht hatte. Zu dem Zeitpunkt standen da nämlich noch 4 von der Kinderkirche bepflanzte Kisten, die die Karwoche darstellen sollten: Eine zeigte den Einzug Jesu in Jerusalem, eine den Garten Gethsemane, eine den Ölberg, eine die Schädelstätte und das Grab Christi. Günta als echter Kirchenfisch (das hat er sich ausgedacht, nicht ich!) fühlte sich da gleich pudelwohl und hat es sich in den Kisten gemütlich gemacht – bis die Club-Kinder ihn fanden und sofort adoptierten. Während dieses Treffens wurde ihm bereits mit Hingabe die Schwanzflosse massiert und auch während der nachfolgenden Treffen war Günta von allen heiß-begehrt. Jetzt ist er grade recht hibbelig, weil er in den Sommerferien mit einem unserer Club-Kinder in Urlaub fahren will. Nach Italien!

Entschuldige bitte, ich schweife ab. Also, ich hatte echt schöne Fotos von Günta in diesen bepflanzten Kisten gemacht – und diese Fotos sind weg. Einfach weg. Ich hab schon alles abgesucht, von Handy über Nextcloud über Rechner über NAS, doch die Bilder sind und bleiben – wech. Doch ohne finale Fotos von Günta kann ich ja dieses Projekt nicht schließen, also musste er nochmal ran. Gestern war ja nun das Wetter hier recht schön, daher gingen wir in den Garten, um zu knipsen. Und da zeigte dieser Fisch wieder einmal, dass er in unserer Familie goldrichtig ist – denn Günta ist Pflanzenfan und wollte eigentlich gar nicht wieder ins Haus. „Garten ist voll mein Ding!“ jubelte er und setzte sich richtig in Positur. Doch sieh selbst:

Als Filou sich kurz danach auf das gleiche Funkien-Blatt setzen wollte („Was der Fisch kann, kann ich schon lange!“), klappte es nicht: Er rutschte zwischen die Blätter und blieb auf seinem Pürzel sitzen, die Nase gen Himmel gereckt. Tja, Filou ist halt kein Federgewicht und doch etwas schwerer als unser Fisch …

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(13. Mär. 2019) Vielleicht hast Du schon mitbekommen, dass ich nunmehr im zweiten Jahr Erstkommunionskatechetin bin. Und vielleicht hast Du auch schon mitbekommen, dass aus dem EKO-Kurs 2018 der EKo-Club geworden ist, weil den Kindern und uns der Kurs soviel Spaß gemacht hatte, dass wir weitermachen wollten. Bei der Glaubenswerkstatt (pfarreiinterner Kirchentag) Anfang Februar wollten wir unseren EKo-Club mithilfe eines Plakats bekannter machen – und dafür brauchten wir ein Logo. Also haben während eines Treffens die Club-Mitglieder ein Logo entworfen, das von einer unserer Katechetinnen (die sehr gut zeichnen kann, dies aber nicht so empfindet) „ins Reine“ gezeichnet und coloriert worden war und, nach ein paar Verbesserungsvorschlägen, dann halt unser Plakat zierte. Und irgendwie kam der Club bei der Plakatgestaltung auf die Idee, dass der Fisch in unserem Logo unser Club-Maskottchen sein sollte – und dass er „Günta“ heißt. Prompt kam die Frage: „Anke, kannst Du ihn häkeln?“ Ich sagte: „Ja, klar.“ und damit …

Also, wenn ich ehrlich sein soll, das Vieh hat mich schon ganz schön Nerven gekostet. Und graue Haare hat er mir beschert. Aber egal, für die Kinder mach ich ja vieles möglich, und häkeln hält für mich auch nach 40 Jahren Praxis immer noch Herausforderungen bereit. Günta ist so eine Herausforderung. Nun bin ich nicht so vermessen, zu behaupten, ich könne so einen Fisch aus dem Ärmel schütteln und selber entwerfen. Im Gegenteil, figürliches zu häkeln ist für mich genauso schwer wie es zu zeichnen: Man kann am Ende vielleicht eventuell erkennen, was es sein soll, aber „schön“ ist was anderes. Deshalb durchforstete ich das Internet nach einer passenden Anleitung, und was soll ich sagen? Ich wurde fündig!

Das hier ist Günta im „Original“, also ein Ausschnitt aus unserem Logo:

Büschn pixelig, ich weiß. Ist halt aus einem größeren Bild ausgeschnitten. Aber ich denke, man kann ihn erkennen.

Die Anleitung, die ich gefunden habe, ist eigentlich für einen Wal, aber egal: Die Form stimmt und beim Gesicht kann ich ja noch was anpassen. Das passende Garn hab ich wieder bei meiner Lieblings-Wolldealerin gekauft, bei Wilde Engel Stricken. Wir hatten sehr schnell die richtigen Farben im Catania-Regal gefunden, dann noch ein wenig UfOs abarbeiten, und schon konnte es losgehen. Und es ging los. Und wie! Bei der Anleitung beginnt man mit der Fluke, wobei zunächst von den Flukenspitzen je 8 Runden einzeln gehäkelt und dann mit der 9. Runde verbunden werden. Und diese zweimal 8 Runden am Anfang hatten es in sich. Häkeltechnisch war es kein Ding, feste Maschen in Spiralen häkeln kann ich, aber wie bekomme ich da die orangenen Streifen rein? DAS war die Herausforderung. Nachdem ich gestern bestimmt fünfmal geribbelt hatte und schon kurz davor war, das ganze Gebaumel frustriert in die Ecke zu schmeißen, platzte heute Vormittag der Knoten und ….

Für den Anfang doch gar nicht mal schlecht, oder? Die grünen Fäden denke Dir bitte weg, mit denen habe ich nur den Rundenanfang markiert.

Jedenfalls freue ich mich, wenn ich Günta endlich fertig habe und ihn den Kindern (und Erwachsenen) des EKo-Clubs vorstellen kann.

Die Eckdaten dieses Projekts:
Garn von Schachenmayr „Catania“, Farbe
Nadelstärke 2,5
Anleitung „M. Richard the Whale“ von Stacey Trock