Die Figuren der Weihnachtsgeschichte

(14. Feb. 2019) Bereits seit 4 Jahren gibt es in unserer Pfarrei im Februar die „Glaubenswerkstatt“. Das ist so eine Art „pfarreiinterner Kirchentag“, wo diverse Workshops für Groß und Klein angeboten werden, die sich alle mit unserem Glauben beschäftigen. Bereits zum zweiten Mal boten wir Erstkommunionskatecheten unserer drei Gemeinden (wir leben in einem sog. pastoralen Raum, in dem sich drei Gemeinden zu einer Pfarrei zusammengeschlossen haben) einen Workshop speziell für „unsere“ EKO-Kinder an. In diesem Jahr hatten wir uns ein biblisches Zirkeltraining ausgedacht: Die Kinder mussten an 8 Stationen beweisen, wie fit sie sowohl körperlich als auch in Kirchenfragen sind. Zu diesem Zweck mussten sie beispielsweise Turnmatten, die mit einzelnen Teilen des Messablaufs beschriftet waren, in die richtige Reihenfolge sortieren, oder Fragen beantworten und zusätzlich mit einem Basketball einen Korb werfen oder an einem Seil hängen und sich festhalten, während der Rest der Gruppe die Zehn Gebote aufsagt und noch ein paar Dinge mehr. Unterm Strich hatten wir alle, also 8 Katecheten und ca. 50 Kinder, viel Spaß und wir haben alle was gelernt.

Meine Station hatte mit meinem Lieblingsthema zu tun: Weihnachten. Ich liebe Weihnachten und die Adventszeit! Das war schon immer so und ist, seit ich Mutter bin, sogar noch mehr geworden. Plätzchen backen, bei Kerzenschein Weihnachtsgeschichten lesen, basteln und die Adventsmessen in unserer Kirche sind immer schön und ich genieße es, so gut ich kann. Von daher war es kein Wunder, dass ich mich auf die Weihnachtsaufgabe gestürzt habe.

Die Aufgabe, die die Kinder lösen mussten, bestand darin, die Figuren der Weihnachtsgeschichte nach Lukas und, als Ergänzung, nach Matthäus, in der Reihenfolge zu kegeln, in der sie in den Evangelien auftauchen. Wenn Du die Geschichte kennst, kennst Du, mit ein wenig Überlegung, auch die Reihenfolge: Maria + Josef – das Jesus-Kind – die Hirten – der Engel – der Stern – die drei Weisen. Der Stern taucht bei mir so weit hinten auf, weil er bei Lukas gar nicht genannt wird, wohl aber bei Matthäus, und ich hatte mich halt für eben diese Reihenfolge entschieden.

Nun musste ich erstmal Bilder der Figuren finden und suchte dafür im Internet. Zeichnen, insbesondere von Menschen, ist nämlich nicht grade meine Spezialität. Im Gegenteil, Menschen kann ich gar nicht. Generell halte ich nicht viel von meinem zeichnerischen Talenten. Aber egal, ich wurde fündig, und zwar bei Christliche Perlen. Genau genommen habe ich mich für diese Bastelkrippe samt Ergänzung entschieden. Irgendwo anders im Netz (leider weiß ich nicht mehr, wo) fand ich auch noch einen Stern und einen Engel. Ich lud die .pdf-Dateien runter, druckte sie aus und schwang den Tuschepinsel.

Zwei Tage später war ich soweit, dass ich die Figuren einzeln einscannen und ungefähr auf ein Maß bringen konnte: Die Basis ist in etwa eine DIN A-5-Seite hochkant breit, die Höhe proportional angepaßt. Nun noch einmal die Figuren ausgedruckt, ausgeschnitten, laminiert und nochmal ausgeschnitten, schon war die Vorarbeit fertig.

In der Turnhalle, in der wir unseren Workshop abgehalten haben, habe ich die Figuren mit Malerkrepp auf Holzkegel geklebt und nebeneinander aufgestellt. Gekegelt wurde mit Tennisbällen. Und so sah es aus:

Fällt Dir was auf? Richtig! In meiner Aufzählung oben habe ich Ochs und Esel nicht aufgezählt, sie stehen aber zum Gekegeltwerden mit da. Und das hat einen ganz einfachen Grund: Sie sind zwar bei jeder Krippe dabei, werden in den Evangelien aber nicht genannt. Im Alten Testament schon, da steht, ich glaube bei den Propheten: „und Ochs und Esel werden ihn erkennen“ (oder so ähnlich), aber Lukas und Matthäus schweigen sich über die Stallbewohner aus. Man lernt nie aus, oder?

Achja, nach der Glaubenswerkstatt habe ich die Figuren (ohne Kegel) an unsere Kinderkirche weitergegeben. Die können sie bestimmt besser gebrauchen als ich.