Gedanken zum Dezember

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie geht es Dir eigentlich so im Dezember? Ist es eine ganz normale Zeit? Geht die Adventszeit im Alltag unter? Backst Du Dir da ein Ei drauf? Feierst Du Weihnachten mit im engsten Familienkreis oder mit der Großfamilie? Oder gar nicht? Und wird der Jahreswechsel zelebriert durch „big party“ und Riesen-Knallerei? Oder noch anders und Du rutschst in aller Ruhe ins neue Jahr? Kommen Dir zum Jahreswechsel Gedanken das neue Jahr betreffend? Machst Du Pläne, was Du alles schaffen möchtest? Oder läßt Du alles auf Dich zukommen, weil Pläne ja eh vom Leben durchkreuzt werden?

Also, bei mir ist es in der Regel eine Mischung aus vielem: Bei einer vierköpfigen Familie kommt für die Mutter während des Advents, ehrlich gesagt, wenig Besinnlichkeit auf. Das klingt vielleicht hart, ist aber so. Denn wer schmeißt in der Regel den Haushalt, kocht das Essen, achtet darauf, dass die Kinder ihre Termine und Verabredungen einhalten, hat selber Termine ohne Ende? Wer kümmert sich darum, dass Plätzchen gebacken werden, Geschenke verpackt und die Wohnung geschmückt? Richtig: Die Mutter. Unsereins jongliert mit den Kalendern aller Familienmitglieder und versucht, alles so gut wie möglich aufeinander abzustimmen. Und irgendwie sollte zumindest EIN Weihnachtsmarktbesuch da noch mit drin sein, weil ohne Weihnachtsmarktbesuch ist die Adventszeit irgendwie nicht vollständig. Zumindest geht es mir so.

Und trotzdem freue ich mich jedes Jahr auf den Dezember.

Dezember bedeutet für mich, dass das Haus schön geschmückt wird mit ganz vielen Kugeln, Weihnachtsmännern, Engeln (insbesondere mein erzgebirgisches Engel-Orchester), Tannengrün und Lichterketten. Die Fenster werden weihnachtlich dekoriert mit selbstgebastelten Sternen und Schneeflocken aus unterschiedlichen Papieren. Der Garten ist mit Lichterketten beleuchtet. Die trübe Dunkelheit, die durch die Fenster hineinsickern möchte, wird durch Kerzenschein in Schach gehalten. Meine großen Jungs üben Weihnachtslieder auf Posaune und Keyboard, ich versuche mitzusingen (die Jungs spielen gut – ich bin froh, wenn ich einen Ton treffe). Ich liebe den Duft von Weihnachtsplätzchen und lasse es mir nicht nehmen, verschiedene Sorten zu backen. Weihnachtskarten von uns werden Anfang des Monats verschickt, die, die wir von Freunden, Verwandten und Bekannten bekommen, werden auf einer Leine, die in der Eßecke unter der Decke hängt, aufgehängt. Weihnachten an sich ist geprägt von Familie: Bisher haben wir Heiligabend für uns verbracht (mit Heiliger Messe am späten Nachmittag, leckerem Essen zu Hause, Weihnachtsgeschichte nach Lukas, Bescherung, Weihnachtsmusik …), den ersten Feiertag mit meinen Eltern und den zweiten mit meinem Schwiegereltern. Dieses Jahr wird es etwas anders laufen, da wir nicht zu Hause sein werden, sondern in der alten Heimat meines Mannes feiern: mit lieben Freunden und meiner Schwiegerfamilie im Rheinland. Mal sehen, wie das wird. Und die Tage zwischen den Jahren haben wir bisher eher ruhig verbracht. Dieses Jahr schau’n mer mal.

Wie ich auf dieses Thema grade kam? Ja, die Gedanken sind frei und wandern manchmal auf ganz überraschenden Wegen. Ich habe mich in den letzten Tagen wieder verstärkt um Handarbeiten, bin auf ravelry aktiver und möchte auch meinen Blog mehr pflegen. Und wie ich so über meine aktuellen Projekte schrieb und meine guten Vorsätze vom letzten Jahreswechsel so reflektierte, stellte ich fest, dass daraus eigentlich nicht wirklich was geworden ist: Mein Stash ist eher gewachsen als geschrumpft und meine UfOs sind auch nicht weniger geworden. Und so ist für jetzt schon klar: Nächstes Jahr starte ich durch und werde wirklich meinen Stash abbauen und meine UfOs fertigstellen. Andere Vorsätze, egal welcher Art, fasse ich nicht, da ich schon lange festgestellt habe: „Wenn der Mensch Pläne macht, fällt das Schicksal lachend vom Stuhl.“

In diesem Sinne: Genieße den Advent so gut es geht. Baue Dir Deine Inseln im Alltagsstress, in denen Du zur Ruhe kommen und diese doch wunderschöne Zeit ein klein wenig genießen kannst.

Deine Anke (Smoky)